Zeltratgeber

Es gibt eine Vielzahl von Zelten, die je nach Einsatz unterschiedlichsten Anforderungen standhalten müssen. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, solltest Du Dir im Vorfeld überlegen, für welche Zwecke das Zelt benötigt wird. Um Dich bei Deiner Entscheidung bestmöglich zu unterstützen, haben wir wichtige Begriffe sowie diverse Kauftipps in diesem Zeltratgeber zusammengefasst:

1. Wichtige Begriffe

1.1 Apsiden

Das ist der Fachausdruck für Gepäckräume, die sich außerhalb des Innenzeltes befinden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird meist der Begriff Vorzelt verwendet. Zudem ist ein Vorzelt nicht nur für Gepäck, sondern auch als Eingang oder Kochstelle gedacht.

1.2 Beschichtungen

Darstellung einer Beschichtung
Hier geht es darum, die Eigenschaften des Materials zu verbessern, das Zelt wind- und wetterbeständig zu machen und die Lebensdauer zu erhöhen.
Silikon (SI): Durch die Beschichtung mit Silikon wird die Wasserdichte, die Reißfestigkeit und die UV-Stabilität erhöht.
Polyurethan (PU): Neben der hohen Wasserdichte ist PU vor allem auch ein kältebeständiges Material und daher besonders für die Beschichtung von Zeltböden geeignet.

1.3 Belüftung

Icon für Belüftung
Damit das Kondenswasser möglichst gering gehalten wird bzw. gut verdampfen kann, ist eine entsprechende Belüftung im Zelt erforderlich. Materialien wie Baumwolle sind im trockenen Zustand zwar gut luftdurchlässig, aber werden sie nass, verlieren sie an Atmungsaktivität. Achte daher darauf, dass neben den Eingängen immer ausreichend Lüftungsmöglichkeiten vorhanden sind, die sich bei schlechtem Wetter auch gut verschließen lassen.

1.4 Gewicht

Falls man sein Zelt oft und lange transportieren muss, z.B. bei aufregenden Outdoortouren, wird beim Kauf in erster Linie auf das Gewicht geachtet. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn ein geringes Gewicht ist nicht immer von Vorteil. Je leichter das Zelt ist, desto leichter sind auch die verarbeiteten Materialien und demzufolge die Ausstattungs- und Qualitätsmerkmale. Um die richtige Kombination aus Gewicht und Qualität zu finden, können Dir die folgenden Fragen helfen:
  • Zelte ich auf einem windgeschützten Campingplatz oder mache ich eine Trekkingtour in den Bergen?
  • Bin ich überwiegend mit dem Rad unterwegs oder fahre ich vermehrt mit dem Auto?
  • Trage ich mein Zelt allein oder habe ich Reisepartner?

1.5 Material Außenzelt

Das Außenzelt wird in den meisten Fällen aus Polyester, Nylon oder Baumwolle hergestellt. Im Gegensatz zu Nylon bietet Polyester den Vorteil, UV-resistent zu sein. Dafür ist Nylon leichter und robuster als Polyester. Bei Familienzelten wird meistens Baumwolle verwand, da sich dieses Material durch eine hohe Atmungsaktivität auszeichnet, jedoch besitzt es ein relativ hohes Gewicht und eine geringe Reißfestigkeit.

Polyester Nylon Baumwolle
+ UV- resistent
+ leicht
+ gute Reißfestigkeit
+ sehr leicht
+ gute Reißfestigkeit
+ atmungsaktiv
+ angenehmes Zeltklima
- bei Wind laut - UV- empfindlich
- dehnt sich bei Nässe aus
- schwer
- trocknet langsam
- reißt schnell

1.6 Wasserdichte

Diese Eigenschaft wird mithilfe der Wassersäule angegeben. Die Wassersäule gibt an, wie viel Wasserdruck auf dem Außenmaterial des Zeltes stehen kann, bevor Wasser ins Zelt eindringt. Nach DIN-Norm gilt ein Zelt ab 1.300 mm als wasserdicht. Die meisten Zelte weisen sogar höhere Werte auf. Der Wert des Bodens sollte etwas höher sein, da die Personen im Zelt einen zusätzlichen Druck erzeugen.

1.7 Zeltgestänge

Je nach Zeltart und verwendetem Material kommen verschiedene Zeltgestänge zum Einsatz. Die Qualität des Gestänges ist für die Wetterbeständigkeit eines Zeltes ausschlaggebend.
Stahl: Wird eingesetzt, wenn große Lasten getragen werden müssen. Dies ist vor allem bei Lagerzelten und Baumwollgeweben der Fall.
Fiberglasstangen: Sie sind preiswert und empfehlen sich vor allem für den Campingplatz. Wer eher ein Tourengänger ist, sollte auf Fiberglasstangen lieber verzichten, da diese im Vergleich leichter zu zerbrechen sind. Das Gestänge lässt sich durch ein ausgeklügeltes System aus Verbindungshülsen und Gummibändern verbinden.
Aluminiumgestänge: Diese haben den Vorteil, dass sie stabiler und leichter als Fiberglas sind. Die Verbindungshülsen liegen innen, damit ist die Außenfläche glatt. Wer sein Zelt gerne in den Rucksack packt oder auf den Fahrradträger mitnimmt, ist mit diesem Material gut bedient.
Featherlite: Ist ein extrem leichtes und hochwertiges Material. Die Übergänge zwischen den einzelnen Stangen sind hülsenlos, dadurch lassen sich die Stangen besser in die Gestängekanäle bringen. Durch die Lackierung und Eloxierung des Materials sind die Stangen super gegen Wind und Wetter geschützt.

1.8 Platzangebot

Bei einem Zelt wird die Größe anhand der Personenzahl, die darin Platz findet, angegeben. Für die Ermittlung des Platzbedarfs geht man im Allgemeinen von der Größe einer Isomatte (ca. 60 cm breit) aus. Dabei wird angenommen, dass pro Person eine Isomatte im Zelt Platz finden sollte. Wichtig ist auch, dass Du nicht nur an die Personenzahl denkst, sondern auch an das Gepäck, welches Du im Zelt unterbringen möchtest. Wir raten Dir daher, ggf. ein Zelt mit höherer Personenzahl als benötigt zu wählen oder ein Zelt mit Apsiden (s.o.). Auf unserer Seite findest Du die Angabe zur Personenzahl unter dem Punkt "Eigenschaften".

2. Zeltformen

Bei Zelten gibt es verschiedene Bauformen, die sich je nach Anwendungsgebiet als vorteilhaft erweisen. Im Allgemeinen wird zwischen Kuppelzelten, Geodätischen Zelten, Tunnelzelten und Firstzelten unterschieden. In Deinem Interesse teilen wir unsere Zelte jedoch überwiegend nach Anwendungsgebieten auf:

2.1 Familienzelte

Bild von einem Familienzelt
Vor allem, wenn Du mit mehreren Personen unterwegs bist, eignet sich ein Familienzelt. Es bietet einen hohen Komfort und eine Vielzahl an Ausstattungsmerkmalen, wie z.B. große Klarsichtfenster und einen geräumigen Innenraum mit Stehhöhe.
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2.2 Trekkingzelte

Bild von einem Trekkingzelt
Sie sind super für unterwegs geeignet und wahre Alleskönner. Trekkingzelte verfügen über hochwertige Materialien und lassen sich super im Rucksack verstauen. Sie punkten durch ihr geringes Gewicht und das leichte Auf- und Abbauen.
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2.3 Campingzelte ohne Stehhöhe

Für einen kurzen Trip, ohne besonderen Luxus, bieten sich die Campingzelte ohne Stehhöhe an. Wer keinen besonderen Komfort benötigt oder wer vielleicht das Campen erst für sich entdecken muss, sollte unbedingt einen Blick auf diese Art von Zelten werfen.
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2.4 Pop-Up Zelte

Bild von einem PopUp-Zelt
Sie sind super für unterwegs geeignet und wahre Alleskönner. Trekkingzelte verfügen über hochwertige Materialien und lassen sich super im Rucksack verstauen. Sie punkten durch ihr geringes Gewicht und das leichte Auf- und Abbauen.
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2.5 Buszelte

Bild von einem Buszelt
Egal ob uriger VW-Bus oder moderner Minivan, mit diesem Zelt wird Dein Bus zum Campingerlebnis. Mehr Platz und Komfort sind die schlagenden Argumente eines Buszeltes. Auch als Anbau für Campingwagen bietet sich ein Buszelt an.
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2.6 Lager- und Rundzelte

Bild von einem Rundzelt
Diese Art von Gruppenzelten ist vor allem für größere Gruppen geeignet. Als Schlafplatz, Aufenthaltsraum und Treffpunkt sind sie durch ihren geräumigen Innenraum hervorragend geeignet. Auch als Lagerraum für Gepäck und Lebensmittel bieten sich diese Zelte an.
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2.7 Pavillons und Strandzelte

Bild von einem Pavillionzelt
Zum Schutz vor der Sonneneinstrahlung oder auch hartnäckigem Regen eignet sich vor allem ein Pavillon. Neben hervorragendem Schutz, bietet er außerdem einen attraktiven Rückzugsort.
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Zubehör

Du brauchst einen neuen Zeltboden oder diverse Pflegeprodukte? Dann bist Du in der Zubehörkategorie genau richtig. Hier findest Du alles, um Dein Zelt immer in Schuss zu halten. Neben der Zeltpflege solltest Du auch an die passenden Heringe, Anbauten, Unterlagen und Vordächer denken.

Bevor es losgeht...

...solltest Du das Zelt vor jeder Tour daheim aufbauen. So kannst Du feststellen, ob das Material noch in Ordnung ist oder es Stellen gibt, die geflickt werden müssen. Das geht ganz einfach mit unserer Flickpaste, diese kannst Du auch für die Pflege der Zeltnähte einsetzen. Zudem solltest Du die Reißverschlüsse auf Funktionalität prüfen und gegebenenfalls mit Silikonspray behandeln.

Auf der Tour...

...kannst Du Dein Zelt trotz des Einsatzes im Freien schützen. Bevor du das Zelt aufbaust, solltest Du Dir die Bodenbeschaffung anschauen. Bei schlechten Voraussetzungen lässt sich der Zeltboden durch eine Zeltunterlage gut vor Rissen und Löchern schützen. Gehe beim Aufbau achtsam und vorsichtig mit allen Elementen um, auch wenn eine Stange nicht auf Anhieb in die Verankerung gleitet. Niemals mit Gewalt auf- oder abbauen - dies gilt auch für das Einschlagen der Heringe in den Boden. Damit bei starkem Wind alles heil bleibt, solltest Du stets die Abspannleinen mit anbringen und gut spannen.

Wieder zu Hause...

...wird das Zelt gereinigt. Auch wenn die Waschmaschine noch so verlockend ist, macht sie das Material Deines Zeltes kaputt. Daher empfiehlt sich die klassische Reinigung mit Wasser und Schwamm. Bevor Du das Zelt endgültig verstaust, solltest Du es gut trocknen lassen. Des Weiteren solltest Du alle Teile überprüfen und bei Bedarf reparieren oder austauschen. Somit ist Dein Zelt bei der nächsten Tour sofort einsatzbereit.